Produktion und Herstellung von Fliegen aus Lederhäuten von Fischen

Die Geschichte des Fischleders

Leder aus Fischhäuten ist keineswegs ein neues Produkt. Die Ethnie der Nanai, heimisch in Ostsibirien und der Volksrepublik China, haben traditionell vor Jahren ausschliesslich vom Fischfang und der Jagd gelebt. So bestanden z.B. ihre Kleidung und Zelte aus Fischhäuten, weshalb sie bei den Chinesen als «Fischhaut Tataren» bekannt waren. Auch in Europa wurden während des zweiten Weltkrieges schon Brandsohlen und Treibriemen aus Fischleder hergestellt. Somit war die Verarbeitung von Fischleder von je her bekannt, hatte jedoch als verarbeitendes Material nie einen grossen Durchbruch, da die Hautflächen meist sehr klein sind und der Aufwand für zu verarbeitende grosse Flächen, aufwendig wird.

Eigenschaften des Fischleders

Die Faserstruktur des Leders bei Fischen ist quer übereinander gelegt, was gegenüber anderen Lederarten wie z.B. bei Rindsleder parallel der Fall ist. Daher gilt diese Lederart als besonders reissfest, wenn man gleiche Lederstärken mit einander vergleicht. Leder Rohhäute von Fischen garantieren hervorragende Produkteigenschaften wie z.B. hohen langlebigen Tragekomfort mit geringem Abrieb, sie sind leicht reissfest, dünn und dennoch robust. Die Fischleder können als einzelne Häute verarbeitet werden, oder für grosse Flächen zusammengenäht werden.

Das pigmentierte und charakteristische Bild der Haut des Fisches bleibt nach dem Gerben erhalten, damit wird jede Lederhaut individuell, gleicht keiner anderen und ist damit unnachahmlich. Fischleder ist geruchslos und hat nach der Verarbeitung keine Schuppen mehr. Die charakteristische Struktur je nach Fischart allerdings, bleibt erhalten und machen die Fisch-Produkte damit einzigartig.

Fischleder heute

Die Nachfrage nach Produkten aus Fischleder wird jährlich grösser. Heute werden aber keine Fische allein nur für das Leder getötet, sondern die Haut fällt als Nebenprodukt der Nahrungsmittelindustrie an. Mit innovativen Gerbmethoden werden die Fischhäute gegerbt und anschliessend gefärbt. So entstehen Lederhäute aus verschiedenen Farben, wobei jede Haut ein Einzelstück ist. Heute werden Accessoires wie Lederfliegen, Uhrenarmbänder, Gürtel und Taschen, aber auch ganze Kleidungsstücke oder Schuhe aus Fischleder erschaffen.

Produktion von Fischleder, ein Beitrag zum Artenschutz?

Fischleder hat einen exotischen „Look and Feel“, daher kann es die Haut bedrohter Reptilien durchaus ersetzen. Die Fischhäute sind ein Nebenprodukt der Lebensmittel- und Fischereiindustrie und sie gelten dort als Abfallprodukt. Die Tiere stammen aus Aquakulturen mit artgerechter Haltung aus z.B. Lachsfarmen und sie können somit einen Beitrag zum Artenschutz von Reptilien wie z.B exotischen Lederarten wie Schlange, Strauß und Alligator leisten. Trotz des hohen Fischkonsums unserer Gesellschaft, ist das Fischleder ein Nischenprodukt. Es werden nach wie vor nicht viele Produkte und Artikel aus diesem Material gefertigt.

Lachsleder

Je nach Grösse des Lachses ist die Lachshaut meist ca. 60cm lang und zwischen 10-20cm breit. Die Häute der Lachse stammen heutzutage meistens aus Zuchtfarmen oder Aquakulturen. Die Eigenschaften des Lachsleders sprechen für sich: Leicht, flexibel, dünn und doch hat es eine höhere Festigkeit als Rinds- oder Kalbsleder. Es lässt sich daher sehr gut verarbeiten und wird in vielen Farben hergestellt. Das Hauptanwendungsgebiet liegt in der Mode- und Fashion Industrie für Luxus und Lifestyle Produkte. Das Lachsleder wird in Lifestyle Produkten wie z.B. Lederfliegen, Gürtel, Uhrenarmbändern, Handtaschen und kleinen Bekleidungsstücken oder Schuhen verarbeitet.

Seewolfleder

Je nach Grösse des Seewolfs ist die Seewolfhaut meist ca. 50cm lang und zwischen 15-20cm breit. Der Seewolf ist eine Spezies, die in den Fischfangregionen rund um Island für die Nahrungsmittelindustrie gefangen wird. Seewolfleder ist leicht, flexibel, dünn und das einzige Fischleder ohne Schuppen. Die charakteristische Struktur des Seewolfleders weist eine schwarz-gepunktete Pigmentierung auf der Haut auf, die dieses Leder sehr einzigartig und interessant macht. Es lässt sich sehr gut verarbeiten und wird in vielen Farben hergestellt, wobei das schwarz-gepunktete Muster stehts erhalten bleibt. Das Hauptanwendungsgebiet liegt in der Mode- und Fashion Industrie für Luxus und Lifestyle Produkte. Seewolfleder wird in Lifestyle Produkten wie z.B. Lederfliegen, Gürtel, Uhrenarmbändern, Geldbörsen und Handtaschen verarbeitet.

Barschleder

Je nach Grösse des Barsches kann die Barschhaut durchschnittlich 15-40cm breit werden, unter idealen Bedingungen erreicht dieser Fisch sogar über 50cm an Breite. Das Barschleder ist mittel-dick und ist daher nicht so einfach zu verarbeiten, wie das Lachs- oder Seewolfleder. Die Schuppenstruktur des Barsches ist grösser und verfügt über eine rauhe Beschaffenheit. Die Pigmentierung und charakteristische wilde Struktur der Barsch-Lederhaut, verdankt es den grossen Schuppen. Das Leder wird in vielen Farben hergestellt und kann mit einem Metallic Finish intensiviert werden. Das Hauptanwendungsgebiet liegt in der Mode- und Fashion Industrie für Luxus und Lifestyle Produkte. Das Barschleder wird in Lifestyle Produkten wie z.B. Lederfliegen, Gürtel und Uhrenarmbändern verarbeitet.

Störleder

Auch die Haut des Störs wird als Nebenprodukt der Kaviarproduktion zu Modezwecken weiterverwendet. Störleder ist eines der dicksten Leder und kann daher nicht für Lederfliegen eingesetzt werden. Störleder wird hauptsächlich für Handtaschen und Gürtel eingesetzt. Störleder bietet eine lange Lebensdauer und ist zudem unglaublich robust.

Rochenleder

Rochenleder stammt meistens aus dem Beifang der Fischerei-Insudtrie. Das Rochenleder ist mit ca. 5mm eines der dicksten Leder überhaupt und damit sehr schwer verarbeitbar. Das Hauptanwendungsgebiet liegt in der Mode- und Fashion Industrie für Luxus und Lifestyle Produkte. Das charakteristische Bild von Rochenleder sieht kugelförmig aus und wirkt sehr edel. Rochenleder ist hart, robust und bietet eine sehr lange Lebensdauer.

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